Twitter als Werkzeug im Beruf

  • Am 26. April 2016 in Beruflich
  • 4 Kommentare
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Seit vielen Jahren benutze ich Twitter und bin seither ein großer Freund davon. Ehrlich gesagt würde ich es im privaten Bereich schmerzlich vermissen, wenn es auf einmal nicht mehr da wäre.

Seit dem letzten Jahr nutze ich Twitter auch beruflich. Nicht als Unternehmen, sondern als einzelne Person. Heute möchte ich dir erzählen, warum das eine super Entscheidung war und warum auch du beruflich von Twitter profitieren könntest.

So, warum habe ich letztes Jahr angefangen, Twitter auch in beruflicher Hinsicht zu nutzen? Ich habe entdeckt, dass die Leute im meinem Berufsfeld, im Internet sehr aktiv sind. Sie twittern und bloggen. So lassen sie andere an ihren Ideen, Gedanken, Wissen, Herausforderungen und Erfahrungen teilhaben. Mehr brauchte es gar nicht. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass es mir bei meiner Arbeit so stark weiterhelfen würde.

Wenn jemand auf ein Problem stößt, dass er alleine nicht genügend lösen kann, schildert derjenige dieses auf Twitter und bittet um Hilfe. In der Regel lässt die Community nicht lange auf sich warten und antwortet mit hilfreichen Blog Artikeln, die sie irgendwann mal, irgendwo gelesen haben oder mit kurzen prägnanten Antworten. Das ist super und gilt übrigens auch für Gedankengänge, Ideen und Kritiken, die geäußert werden. Auf diese Weise lernt nicht nur der Initiator etwas, sondern auch alle anderen beteiligten. Oft ist es nämlich so, dass nicht nur der Einzelne mit einem Problem konfrontiert wird, sondern auch andere mit diesen kämpfen oder zumindest schon einmal darauf gestoßen sind.

Auf die oben beschriebene Art und Weise, konnte ich schon viel Neues in Erfahrung bringen und auch meine eigene Vorgehensweise hinterfragen. Ich glaube, dass das Hinterfragen der eigenen Arbeitsweise einem sehr stark dabei hilft, sich zu verbessern. Ohne den Input von anderen, ist dies aber nur schwer möglich. Deshalb ist Twitter für dich besonders interessant, wenn du in einem Umfeld arbeitest, in dem du zu deiner Arbeit nicht das nötige Feedback bekommst.

Eines meiner absoluten Favoriten ist es aber, wenn irgendwo auf der Welt eine Konferenz stattfindet. Egal wo diese ist, irgend jemand aus meiner Timeline berichtet darüber. Natürlich macht das jeder Einzelne anders. Aber durch die Menge an Leuten, bekomme einen tollen Eindruck über die Konferenz und die einzelnen Vorträge, die dort gehalten werden. So kann ich mir im Nachhinein, wenn die Präsentationen als Videos oder PDFs hochgeladen wurden, jene heraus picken, welche ich mir genauer anschauen möchte.

All das hilft mir, bezüglich meiner Arbeit auf dem neusten Stand zu bleiben und mich weiterzubilden. Außerdem bekomme ich einen Einblick in die Arbeitsweise von anderen, was mir ebenfalls weiterhelfen kann. Und wenn du das Ganze nicht nur von der egoistischen Seite sehen möchtest, kannst du sogar deine Erfahrungen mit der Community teilen und anderen Helfen. Genauso, wie sie dir helfen.

Bei diesen ganzen positiven Punkten, gibt es aber auch negative Aspekte. Es kann auf Arbeit zu einer Ablenkung werden, bei der du dich mehr mit dem Lesen von Blog Artikeln und anderem interessanten Material beschäftigst, als mit deiner eigentlichen Arbeit. Genauso kann es aber auch dazu führen, dass du nach der Arbeit nicht richtig abschalten kannst, da du in deiner Freizeit zu viel in deine Timeline schaust. Ich denke aber, dass sich diese Punkte, bei der richtigen Benutzung, vermeiden lassen.

Schlusswort

Viele nutzen Twitter, um bezüglich ihrem Hobby auf dem neusten Stand zu bleiben und sich mit anderen auszutauschen. Genauso kann der Dienst für die Arbeit genutzt werden. Damit ist Twitter ein hervorragendes Werkzeug, um sich beruflich weiterzubilden, mit anderen auszutauschen und auf dem neusten Stand zu bleiben.

Ich bin übrigens als Software Tester tätig und ziemlich glücklich darüber, in einer Berufsgruppe zu sein, die einen solch starken Austausch hegt und ihr Wissen teilt, statt es für sich zu behalten. Wenn du ebenfalls zu einer solchen Berufsgruppe gehörst, solltest du Twitter in dieser Hinsicht auf jeden Fall mal ausprobieren.

Kommentare

Miriam sagt:

Spannender Artikel! Vielen Dank fürs teilen. :)

Sasumotu sagt:

Twitter ist immer so eine Sache. Entweder man hasst es oder man liebt es. Ich selber muss sagen, dass ich nicht der größte Freund von Twitter bin. Meiner Meinung nach hat sich durch Twitter (und auch andere Dienste) eine Internetgeneration gebildet, welche sich nur durch solche Zahlen wie Follower, Favorites, Likes etc. definiert und dort ihr Selbstwertgefühl her holt. Dies wäre aber schon wieder eher ein eigenes Thema für sich. Stattdessen möchte ich hier gerne auf ein paar von dir genannte Punkte eingehen:

Ich habe entdeckt, dass die Leute im meinem Berufsfeld, im Internet sehr aktiv sind. Sie twittern und bloggen. So lassen sie andere an ihren Ideen, Gedanken, Wissen, Herausforderungen und Erfahrungen teilhaben.

Das kann ich so unterschreiben. Zwar beziehe ich es nicht gerade aufs Berufsfeld, aber wenn es darum geht Neuigkeiten oder aktuelle Informationen zu erfahren, so ist doch Twitter immer sehr schnell darin aktuelle Geschehnisse zu verbreiten. Allerdings kann dies meiner Meinung nach auch zu Probleme führen, wenn sich schlecht recherchierte oder gar falsche Nachrichten wie ein Lauffeuer verbreiten. Ich selber folge auch einigen Twitteren. Wobei es sich dabei vorwiegend um Organisationen oder Newsseiten handelt, welche leider nicht vernünftig RSS in ihre Websites integrieren können. Mein Interesse an Privatpersonen ist da so gut wie nicht vorhanden.

Wenn jemand auf ein Problem stößt, dass er alleine nicht genügend lösen kann, schildert derjenige dieses auf Twitter und bittet um Hilfe. In der Regel lässt die Community nicht lange auf sich warten und antwortet mit hilfreichen Blog Artikeln, die sie irgendwann mal, irgendwo gelesen haben oder mit kurzen prägnanten Antworten.

Zum einen ist es eine gute Sache, dass man sich so Hilfe holen kann. Zum anderen finde ich aber auch, dass man sich so selbst der Fähigkeit beraubt vernünftig zu recherchieren. Es lädt dazu ein, sich zu sehr auf die Aussagen anderer zu verlassen und selbst keinen Einsatz mehr in die Recherche zu investieren. Wenn man sie nicht regelmäßig nutzt, gehen die eigenen Recherchefähigkeiten dadurch verloren. Gerade im Bereich IT finde ich es ausgesprochen wichtig, dass man selbstständig nach Informationen suchen kann und sich nicht auf Aussagen anderer verlassen muss.

Auf die oben beschriebene Art und Weise, konnte ich schon viel Neues in Erfahrung bringen und auch meine eigene Vorgehensweise hinterfragen. Ich glaube, dass das Hinterfragen der eigenen Arbeitsweise einem sehr stark dabei hilft, sich zu verbessern.

Gerade den letzten Satz kann ich so unterstützen. Allerdings kann ich hier den Zusammenhang mit Twitter nicht wirklich erkennen. Mich hat noch keine Aussage von Twitter dazu gebracht, irgend eine Handlung oder Herangehensweise von mir selbst zu hinterfragen. Ich werde aus dem Absatz nicht so ganz schlau, worauf du da genau hinaus willst, bzw. auch wie du dahin kommst. Magst du hier vielleicht noch einmal ein, zwei Worte zu verlieren?

Ich denke aber, dass sich diese Punkte, bei der richtigen Benutzung, vermeiden lassen.

Ich finde gerade im IT Bereich hat man schnell ein Problem damit Arbeit, Hobby und Privatleben zu trennen. Ich selber merke das auch jeden Tag. Ich selber benutzte Twitter nicht in der Arbeitswelt und Privat nur um mir News und Informationen zuspielen zu lassen. Für mich ist es ein schlechterer Feedreader. Selbst teile ich keine Informationen. Für jemanden, der dieses Medium aber ausgiebiger nutzt, würde ich meiner Meinung nach die Verwendung von 2 Accounts empfehlen. Einer für das Private und einer für die Arbeitswelt. Und dabei denke ich nicht daran, dass man vielleicht seine Follower mit gewissen Themengebiete verschonen möchte, sondern damit man für sich selbst eine klarere Trennung zwischen Arbeit und Freizeit schaffen kann.

Twaldigas sagt:

@Miriam
Es freut mich, wenn dich der Artikel angesprochen hat. ;)

@Sasumotu
Danke für deinen sehr ausführlichen Kommentar, der sich sehr spannend liest und gute Punkte anspricht. Ich werde versuchen, das Ganze so gut wie möglich zu beantworten.

Meiner Meinung nach hat sich durch Twitter (und auch andere Dienste) eine Internetgeneration gebildet, welche sich nur durch solche Zahlen wie Follower, Favorites, Likes etc. definiert und dort ihr Selbstwertgefühl her holt.

Ich gebe dir recht, dass auch Twitter seinen Teil dazu beigetragen hat. Aber wie du selbst schon geschrieben hast: Andere Dienste betrifft das genauso und es wäre ein Thema für sich. Was ich dir aber sagen kann, ist, dass Twitter das einzige Social Network ist, dass ich überhaupt nutze und mir die Zahlen relativ egal sind. Vor allem auch deshalb, weil ich festgestellt habe, dass auch über 200 Follower nicht dazu führen, dass mehr Leute an deinen Umfragen teilnehmen.

Allerdings kann dies meiner Meinung nach auch zu Probleme führen, wenn sich schlecht recherchierte oder gar falsche Nachrichten wie ein Lauffeuer verbreiten.

Ich stimme dir zu. Aber im Bezug auf meinen Artikel, spielen News da eher eine geringere Rolle. Mir geht es eher um die anderen Inhalte, die geteilt werden. Solche Inhalte, die von Blogs kommen und die von Leuten veröffentlicht wurden, die einfach nur ihre Ideen und Gedanken teilen möchten.

Ich verstehe aber, dass es durchaus ein Problem ist, wenn du Twitter nutzt, um News zu erhalten und es durchaus gefährlich ist, zu leichtgläubig zu sein. Wie ich auch schon selbst feststellen konnte, sagt die Anzahl der Retweets nichts darüber aus, wie wahr etwas ist. Ein Problem, das aus meiner Sicht vor allem durch schlechte redaktionelle Arbeit entsteht. Deshalb habe ich es mir angewöhnt, meine Informationen nicht nur aus einer Quelle zu beziehen.

Zum anderen finde ich aber auch, dass man sich so selbst der Fähigkeit beraubt vernünftig zu recherchieren. Es lädt dazu ein, sich zu sehr auf die Aussagen anderer zu verlassen und selbst keinen Einsatz mehr in die Recherche zu investieren.

Ein sehr guter Punkt. Hier ist etwas, dass ich beobachtet habe: Meistens wird nur auf Hilferufe reagiert, die nicht durch einfache Recherche beantwortet werden können. Das sind zum Beispiel Hilferufe, die sich eher mit gewissen Vorgehensweisen und Praktiken auseinandersetzen. Es sind nicht solche, bei denen es um das bekommen von Informationen geht. Es geht eher um Erfahrungen, die andere gemacht haben oder darum, einen neuen Blickwinkel auf etwas zu bekommen.

Gerade den letzten Satz kann ich so unterstützen. Allerdings kann ich hier den Zusammenhang mit Twitter nicht wirklich erkennen. Mich hat noch keine Aussage von Twitter dazu gebracht, irgend eine Handlung oder Herangehensweise von mir selbst zu hinterfragen.

Das erkläre ich dir am besten an einem Beispiel, dass ich wohl auch im Artikel hätte bringen sollen:
Bestimmte Aufgaben meines Jobs gehe ich auf eine gewisse Art und Weise an. Ich habe bestimmte Denk- und Vorgehensweisen, um Probleme zu lösen oder Aufgaben zu erledigen. Nun berichtet jemand anderes über seine Herangehensweise bei Problemen und Aufgaben, die meinen ähneln. Dies tut derjenige direkt auf Twitter oder er teilt einen Link zu einem Blog Artikel, den er geschrieben hat. Ich lese mir diesen Artikel durch und am Ende habe ich einen Aha-Erlebnis und denke, »Wow! Das kann man auch so machen? Hätte ich nie gedacht« oder, »Das ist also seine Meinung dazu? Interessant! So habe ich das noch nie gesehen.« Genau diese Gedanken bringen mich dann dazu, meine eigenes Verhalten zu hinterfragen und neue Dinge auszuprobieren.

Für jemanden, der dieses Medium aber ausgiebiger nutzt, würde ich meiner Meinung nach die Verwendung von 2 Accounts empfehlen.

Das ist etwas, dass ich hätte erwähnen sollen. Genau so handhabe ich das. Ich habe einen Account, der sich nur um das berufliche dreht und dann meinen @Twaldigas Account, wo es eher um meine Hobbies geht. Guter Vorschlag.

Sasumotu sagt:

Vor allem auch deshalb, weil ich festgestellt habe, dass auch über 200 Follower nicht dazu führen, dass mehr Leute an deinen Umfragen teilnehmen.

Dies habe ich auch schon an vielen Ecken und Enden festgestellt. Egal bei was es ist. Die Anzahl der teilnehmenden bzw. aktiven Personen ist immer nur eine recht kleine Schnittmenge der vorhandenen Personen. Was eigentlich auch zeigt, was so ein „Follower“ letztendlich Wert ist.

Hier ist etwas, dass ich beobachtet habe: Meistens wird nur auf Hilferufe reagiert, die nicht durch einfache Recherche beantwortet werden können. Das sind zum Beispiel Hilferufe, die sich eher mit gewissen Vorgehensweisen und Praktiken auseinandersetzen.

Ich habe hier auch oft gerade den anderen Fall beobachtet. Leute stellen Fragen, die man wirklich mit einer simplen Google Suchen klären kann. Mittlerweile neige ich schon im realen Leben dazu solche Fragen komplett zu ignorieren. Was ich auch festgestellt habe ist, dass wenn man Leute auf den Umstand aufmerksam macht, dass so etwas leicht zu suchen ist und man sogar noch Hinweise auf passende Suchbegriffe gibt, werden diese nicht gerade selten aggressiv. Viele sind einfach zu faul geworden selbst einen Finger in so eine Richtung zu rühren. Ich sehe das halt extrem im Bereich des IT Support, bedingt aber auch in ganz alltäglichen Situationen. Aber ich finde es gut, dass du andere Erfahrungen in dem Bereich gemacht hast. Das gibt solchen Twitter-Muffeln wie mir noch Hoffnung in das Medium.

Das erkläre ich dir am besten an einem Beispiel, dass ich wohl auch im Artikel hätte bringen sollen

Mit dem Beispiel ist das für mich verständlicher. Ich selber hatte aber solche Situationen noch nicht. Bei mir gibt es aber auch kein wirklich gleichbleibendes, methodisches vorgehen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich selber so gut wie nichts aus dem IT Bereich folge, außer so ein paar auflockerenden Dingen, die man zwischendurch mal für einen Grinser liest.

Danke für deine ausführliche Antwort zu meinem Kommentar.

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