Leidenschaft im Beruf

  • Am 14. Juli 2016 in Beruflich
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Leidenschaft

Diesen Monat nahm ich wieder an einem Software Testing Meetup in Zürich teil und unterhielt mich mit anderen passionierten Testern über unseren Beruf. Dieses Mal lautete das Thema »Passion in Software Testing« und ich glaube, es war eines der besten Diskussionsrunden, die wir je hatten.

Ganz allgemein und ohne Bezug zum Software Testing möchte ich einige der im Meetup geäußerten Gedanken mit dir teilen, denn ich glaube, dass Leidenschaft in allen Berufen eine Rolle spielt.

Arbeit ohne Leidenschaft

Die initiale Frage war folgende: »Was wäre, wenn wir unsere Arbeit ohne Leidenschaft ausüben würden?«

Relativ schnell einigten wir uns darauf, dass es keine Leidenschaft braucht, um seinen Job gut zu machen. Wer eine »Good Work Ethic« hat, kann auch so gute Leistungen erbringen.

Aber wozu braucht es dann Leidenschaft? Hier ein paar Punkte, auf die wir gekommen sind:

  • Mehr als nur das Nötige tun
  • Gewillt sein, neues zu lernen und besser zu werden
  • Mit anderen über Erfahrungen austauschen
  • Dafür kämpfen, ungenügende Prozesse zu verbessern

Es gab bestimmt noch mehr. Aber das sind die Punkte, die mir im Gedächtnis geblieben sind.

Die Punkte zeigen gut, dass Leidenschaft dich antreiben kann. Sie kann dafür sorgen, dass du gerne Neues lernen und dich verbessern willst. Dass du Spaß daran hast, Herausforderungen anzugehen. Ich glaube außerdem, dass du, wenn du Leidenschaft hast, gar keine »Good Work Ethic« benötigst. Andererseits könnte jemand natürlich auch argumentieren, dass ich nur durch meine Leidenschaft eine »Good Work Ethic« habe.

Andere anstecken

Wir haben auch darüber gesprochen, wie andere von der Leidenschaft angesteckt werden könnten. So sind wir darauf gekommen, dass Herausforderungen die innere Flamme entzünden können. Beispiel:

Ich gebe dir ein Aufgabe und du hast die freie Wahl, wie du diese lösen möchtest. Es ist etwas, dass du noch nie gemacht hast. Also wirst du wahrscheinlich erst einmal so weit arbeiten, wie du mit deinem aktuellen Wissen kommst. Wenn du dann an einem Punkt kommst, wo du nicht weiter kommst, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Du fragst mich, den Aufgabensteller, wie du weiter machen sollst.
  2. Du recherchierst selbst nach, lernst Neues und löst die Aufgabe alleine.

Bei letzterem ist es nicht unwahrscheinlich, dass du etwas hast, dass dich antreibt.  Und sei es nur der Wille mir zu zeigen, dass du es auch alleine kannst.

Das ganze oben beschriebene Beispiel kann dafür sorgen, dass du eine Leidenschaft entwickelst. Der Wille, besser zu werden, jemand anderen von dir zu überzeugen und Herausforderungen anzunehmen, die nicht einfach zu lösen sind.

Einfacher ausgedrückt: Ziele, die du verfolgst, können Leidenschaft auslösen. Das hat dann wiederum die Frage aufgeworfen, ob es Leidenschaft auch geben würde, wenn du keine Ziele zum Verfolgen hättest. Eine befriedigende Antwort darauf, konnten wir leider nicht finden.

Laut dem, was ich aktuell geschrieben habe, ist es eigentlich wiedersprüchlich. Leidenschaft kann durch Herausforderungen entfacht werden. Und Herausforderungen können durch Leidenschaft gemeistert werden. Ich bin mir nicht sicher, ob dazwischen ein Unterschied besteht oder nicht.

Zu viel des Guten

Dass Leidenschaft aber nicht nur positiv sein kann, ist uns auch in den Sinn gekommen. Besonders in der Zusammenarbeit mit Kollegen und beim Treffen von Entscheidungen kann zu viel Euphorie und Wille schädlich sein. Da werden gute Argumente gerne mal übersehen oder schlecht geredet, obwohl sie eine gute Entscheidungshilfe sind. Genauso können durch Leidenschaft hohe Ansprüche gestellt werden, die unrealistisch sind.

Es ist also wichtig, gelegentlich auch mal Abstand von der eigenen Leidenschaft zu nehmen, um eine Situation ganz nüchtern zu betrachten. Das kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Schlusswort

Ich persönlich bin froh, eine gesunde Portion Leidenschaft in meinen Beruf einbringen zu können. Allerdings musste auch ich schon oft darauf achten, es damit nicht zu übertreiben.

Insgesamt ist das Ganze ein sehr interessantes Thema und sicherlich lässt es sich noch viel weiter denken. Vielleicht siehst du das ja als Anreiz, auch einmal darüber zu schreiben oder einen Kommentar mit deinen Erfahrungen zu hinterlassen.

Ich fand die rund zwei Stunden dauernde Diskussionsrunde mit anderen Leuten meines Fachs sehr interessant und bin mir sicher, dass du innerhalb deines Berufsfeld schon ganz eigene Erfahrungen sammeln konntest oder noch wirst.

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