Reviews zur Anime Summer Season 16

  • Am 29. September 2016 in Anime
  • 3 Kommentare
Anime Summer Season 2016

Nachdem mich die Spring Season 2016 ziemlich im Stich gelassen hat, konnten mich die Anime der Summer Season umso mehr begeistern. Welche Serien ich geguckt habe und wie ich diese fand, möchte ich dir heute gerne zeigen.

91 Days

Der Anime 91 Days spielt zur Zeit der Prohibition und bietet damit ein eigentlich interessantes und unverbrauchtes Setting. Der Protagonist Angelo verliert in sehr jungen Jahren seine Familie, da diese von Kriminellen umgebracht wird. Angelo macht es sich im Erwachsenenalter  daraufhin zur Aufgabe, die Männer, die seine Familie umgebracht haben, zu finden und sich zu rächen.

Durch das Setting und den dunklen Eindruck, den der Anime versprüht, hatte ich eigentlich große Hoffnungen. Alles erinnerte mich an die großartige Serie Baccano!, die ich vor ein paar Jahren gesehen hatte. Nach drei Folgen 91 Days musste ich aber feststellen, dass das wohl zu hoch gegriffen war. Viel zu hoch.

Der Hauptprotagonist konnte mich nicht für sich begeistern, da er viel zu oberflächlich ist und keinerlei Tiefe bekommt. Dass ein Charakter Geheimnisse hat, ist schön und gut und kann richtig eingesetzt, diesen auch interessant machen. Hier langweilt es mich aber eher, da die Aktionen von Angelo dadurch nicht komplett nachvollziehbar sind und daher teilweise etwas plump herüber kommen.

Die Action ist wirklich gut in Szene gesetzt und das Zuschauen bei den Schießereien und Schlägereien macht durchaus Spaß. Allerdings schafft es 91 Days nicht, besonders wichtige Momente oder dramatische Szenen eben diese Wirkung zu verleihen.

Nach drei Folgen hatte ich genug von 91 Days. Die triste Atmosphäre und die mich nicht überzeugenden Charaktere konnte mich einfach nicht motivieren, dem Anime weiterhin eine Chance zu geben. Auch die bis dahin eigentlich wichtigen Szenen haben mich einfach nicht mitgerissen. Da helfen auch die netten Actionszenen und das interessante Setting nicht.

ReLIFE

ReLIFE war für mich eine kleine positive Slice of Life Überraschung in der Summer Season und für zwischendurch genau das Richtige.

In der 13 Episoden langen Serie geht es um den jungen erwachsenen Arata Kaizaki, welcher seinen ersten Job nach bereits wenigen Monaten kündigt und seit dem auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle ist. Leider ziemlich erfolglos. Doch völlig aus dem Nichts wird ihm ein Job der etwas anderen Art angeboten, welcher ihn in einen 17-jährigen Jugendlichen verwandelt und  noch einmal zurück in die Schule befördert. Dort muss Kaizaki sehr schnell feststellen, dass die Schulzeit auch mit dem Wissen eines Erwachsenen keine einfache Aufgabe ist. Dafür hat er aber gerade im sozialen Bereich seinen Klassenkameraden einiges voraus.

Am Anfang konnte mich die Serie vor allem durch ihren Humor und den Hauptprotagonisten für sich begeistern. Das lag vor allem daran, dass ich mich mit Arata gut identifizieren konnte. Ich hätte wohl mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wenn ich nach so vielen Jahren wieder zurück in die Schule müsste. Außerdem ist er ein Hauptprotagonist, der Dinge anpackt und nicht ständig Unterstützung von anderen braucht. Etwas, dass gerade in Anime nicht gerade selbstverständlich ist.

Nach dem Einstieg war es vor allem die Charakterentwicklung der Nebencharaktere und das ein oder andere Geheimnis, dass mich motivierte, dran zu bleiben. Lediglich die Probleme der Protagonisten und das damit entstandene Drama waren mir teilweise zu überspitzt dargestellt.

Positiv in Erinnerung bleibt auch der Soundtrack, der zwar schlicht, aber trotzdem hörenswert und passend ist. Auch optisch ist der Anime solide, wenn auch kein Meisterwerk.

ReLIFE ist ein netter Slice of Life Anime mit sehr sympathischen Protagonisten und der richtigen Mischung aus Spaß und Ernst. Die einzige Schwäche ist das manchmal zu überspitzte Drama. Insgesamt aber eine Serie, die du zwischendurch mal gucken kannst.

Amanchu!

Als ich gelesen habe, dass der Director von Amanchu! der gleiche ist, wie der von Aria, war ich sehr skeptisch. Aria ist ein Anime, den ich trotz viel Lob bis heute nicht geschaut habe, da er einfach nicht mein Interesse weckt. Deshalb war ich diese Season von Amanchu! am meisten positiv überrascht. Dieser Anime war die letzten Wochenenden meine Wohlfühloase und bietet reine Entspannung.

Die schüchterne Futaba – meistens Teko genannt – zieht von Tokio in eine kleine Stadt am Meer. Dort geht sie auf eine neue Schule und muss sich in der neuen Umgebung erst einmal zurechtfinden. Durch ihre Klassenkameradin Hikari entwickelt sie ein Interesse für das Tauchen und hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Tauchclub der Schule beizutreten und irgendwann einmal im Meer tauchen zu gehen.

Amanchu! hat eine unglaublich entspannende und ruhige Atmosphäre. Jeder Episode war wie ein kleiner Urlaub für mich. Das schafft die Serie, durch sympathische Charaktere, eine unaufgeregte und trotzdem interessante Geschichte und durch einen ruhigen und einfach gehaltenen Soundtrack, der die Szenen perfekt untermalt.

Und obwohl der Slice of Life Anime so ruhig ist, schafft er es interessant zu bleiben und teilweise sogar zu überraschen. Außerdem durchleben die Protagonisten trotz aller gemächlichkeit eine Entwicklung. Dabei gibt es nicht einmal besonders viele Charaktere. Das stört aber gar nicht – ganz im gegenteil. Ich glaube, es tut dem Anime unglaublich gut, dass er nur wenige Charaktere hat und diesen genug Zeit gibt, um sich zu entfalten. Vor allem Hikari mit ihrer besonderen Einstellung zum Leben und interessanten Sichtweisen ist ein unglaublich toller Protagonist, der mich mit seinen Weisheiten immer wieder positiv überrascht hat.

Auch optisch gibt es nichts auszusetzen. Die Charaktere und Hintergründe sind sehenswert und durch manche Effekte bekommen witzige, besonders schöne oder interessante Szenen ihre jeweilige Eigenschaft noch einmal unterstrichen.

Überraschenderweise war Amanchu! die Serie, auf die ich mich am jeweiligen Wochenende am meisten gefreut habe. Dieser Anime ist einfach Slice of Life vom Feinsten und kann ich dir, wenn du auf Action und aufgeregtes Drama verzichten kannst, nur empfehlen.

Fate Kaleid Liner PRISMA ILLYA 3drei!!

Auch wenn mich die letzte Staffel PRISMA ILLYA ziemlich enttäuscht hat, bin ich um das Gucken der vierten nicht herum gekommen. Irgendwie ist das auch ganz gut so.

Die Geschichte von Fate Kaleid Liner PRISMA ILLYA 3rei!! macht nahtlos dort weiter, wo die vorherige aufgehört hat. So landen Illya und ihre Freunde in einem Paralleluniversum. Dort wird Myiu von der geheimnisvollen Ainsworth Familie gefangen gehalten und muss von Illya befreit werden. Relativ schnell stellt sich aber heraus, dass das nicht so einfach ist, da diese ebenfalls Magie und die Macht der Karten einsetzen kann.

Die Stimmung ist im Vergleich zu den vorherigen Staffeln wesentlich ernster und düsterer. Gleichzeitig bleibt aber genug Platz für Fanservice und den einen oder anderen Spaß. Insgesamt haben die Macher hier eine gute Mischung gefunden. Das hat außerdem zur folge, dass Filler Episoden, im Gegensatz zu früher, quasi nicht vorkommen und sich auf das Wesentliche konzentriert wird.

Die Story schafft es mit ein paar unerwarteten Ereignissen zu überraschen und auch Myiu, über die bisher wenig bekannt war, bekommt endlich mehr Tiefe und Hintergrund. Alles zusammen genommen ist die Fortsetzung der Story ganz gut.

Optisch kann PRISMA ILLYA 3rei!!, wie auch schon in den vorherigen Staffeln, vor allem während der Kämpfe überzeugen. Besonders das Finale der Staffel hat mit seinen Actionszenen viel Spaß gemacht. Ansonsten sind aber vor allem die Hintergründe recht trist und minimalistisch. Das könnte aber auch durchaus dem Setting geschuldet sein.

Wenn du die vorherigen Staffeln Fate Kaleid Liner PRISMA ILLYA gesehen hat, dürftest du auch in dieser auf deine Kosten kommen. Die Staffel war zum Glück eine Steigerung zur letzten und hat mich dadurch gut unterhalten. Dennoch denke ich, das insgesamt noch Luft nach oben gewesen wäre. Ich freue mich nun auf den Film, welcher die Geschichte weiter erzählen wird und im Gegensatz zur Serie hoffentlich einen guten Abschluss findet.

Orange

Mit Orange habe ich mir am Anfang der Anime Season ganz bewusst mal wieder ein Drama ausgesucht, welches mich interessieren und emotional berühren könnte. Letztendlich wurde ich nicht enttäuscht.

Die Schülerin Naho bekommt eines Tages einen Brief, welcher genau die Geschehnisse des Tages beschreibt. Dieser Brief stammt von ihr selbst – und zwar zehn Jahre aus der Zukunft. Im Brief sind noch viele weitere Tage, welche ihr noch bevorstehen, beschrieben. Mit Hilfe dessen soll Naho ihren neuen Mitschüler Kakeru vor einer dunklen Zukunft beschützen. Wenn ihr das nicht gelingt, wird sie – so wie ihr zukünftiges Ich – einiges zu bereuen haben.

Grafisch ist Orange zwar etwas speziell, aber dennoch sehr ansehnlich. Ich habe mich relativ schnell an den Stil gewöhnt und letztendlich auch mögen gelernt. Vor allem die Ausdrücke in den Gesichtern sind mir positiv aufgefallen. Leider muss ich aber auch sagen, dass mir die letzten Episoden optisch etwas schwächer vorkamen. Das ist schade.

Auch wenn es zwischendurch immer wieder positive Erlebnisse und witzige Szenen gibt, ist die Atmosphäre von Orange eher ernst gehalten. Damit wird diese auch dem Thema gerecht, welchem sich der Anime widmet. Die Charaktere sind alle recht sympathisch und vor allem die Nebencharaktere, auf die ruhig mehr hätte eingegangen werden können, haben mir gut gefallen.

Leider muss ich aber auch sagen, dass sich die Story zwischenzeitlich immer wieder ziemlich streckt und langatmig wird. Dadurch leidet vor allem der Charakter Kakeru sehr, da er mit der Zeit schon fast nervig wird. Auch finde ich es ziemlich schade, dass die Nebencharaktere unrealistisch aufopfernd sind und ihre eigenen Wünsche immer hinten anstellen. Das nimmt der Serie die Glaubwürdigkeit. Positiv hingegen ist, dass mich Orange zwar nicht oft, aber doch immer wieder mit Kleinigkeiten überraschen konnte. Außerdem hat es der Anime in den wichtigen Szenen geschafft, Emotional zu berühren.

Ja, der Anime hätte vielleicht besser werden können. Aber insgesamt hat er mir sehr gut gefallen und ich würde ihn dir empfehlen, wenn du ein Freund von Dramen bist. Denn an den wirklich wichtigen Stellen, macht er vieles richtig.

Schlusswort

Die Anime Summer Season 2016 hat mich unglaublich gut unterhalten. Zwar waren auch ein paar Serien dabei, die mich enttäuscht haben. Aber insgesamt gab es für mich viel sehenswertes. Ich denke nicht, dass die kommende Fall Season da heran kommen wird.

Was ist deine Meinung zu den von mir gesehenen Anime? Welche habe ich vielleicht verpasst und kannst du noch empfehlen? Ich freue mich auf deine Empfehlungen und Meinung.

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Kommentare

Sasumotu sagt:

Welche habe ich vielleicht verpasst und kannst du noch empfehlen?

Hier muss ich nun natürlich zuschlagen und Aria empfehlen :D

Bei den von dir genannten Titeln, hatte ich einen recht ähnlichen Eindruck. Mein Fazit zur Season ist zwar pro Anime etwas kürzer ausgefallen, sagt aber in etwa das gleiche aus.

An sich unterscheiden wir uns nur wirklich bei 91 Days. Auch wenn das Setting an sich neu und frisch war, konnte ich mit dem Anime nicht wirklich was anfangen. Vielleicht habe ich ihn auch zu früh abgebrochen und da kam noch was, was mich bei Laune gehalten hätte. Meine Anime-Woche war so aber auch schon recht voll.

Was ich dir aus der Season definitiv noch empfehlen kann ist Amaama to Inazuma. Wie Amanchu! auch, herrlicher „healing“ Slice of Life. New Game! war auch eine positive Überraschung für mich und überzeugte mit einem sympathischen Cast und sogar etwas Handlung. Ansonsten ebenfalls mehr erholender Slice of Life. Wenn es um Drama geht, kann ich auch noch Planetarian empfehlen. Ich bin durch die Visual Novel zwar ein bisschen voreingenommen was den Titel angeht, allerdings finde ich, dass der Anime die VN gut umgesetzt hat. Die Folgen sind hier auch etwas kürzer.

Twaldigas sagt:

@Sasumotu
Erst einmal: Willkommen zurück aus dem Urlaub. Hoffentlich konntest du dich gut erholen und hattest Spaß.

Danke für die Empfehlungen. In der aktuellen Season schaue ich nur Brave Witches und Hibike! Euphonium S2. Daher ist noch Platz für mindestens eine weitere Serie.

An sich unterscheiden wir uns nur wirklich bei 91 Days.

Inwiefern unterscheiden wir uns da? Nach drei Folgen habe ich ja auch festgestellt, dass der Anime mich nicht anspricht und es nicht schafft zum weiter Gucken zu motivieren.

Sasumotu sagt:

Willkommen zurück aus dem Urlaub. Hoffentlich konntest du dich gut erholen und hattest Spaß.

Danke danke, schön wieder hier zu sein. Erholung sind meine Urlaube zwar eigentlich nie, aber dafür viel erlebt und gesehen.

Inwiefern unterscheiden wir uns da? Nach drei Folgen habe ich ja auch festgestellt, dass der Anime mich nicht anspricht und es nicht schafft zum weiter Gucken zu motivieren.

Ich hab nur eine Episode geschafft. Mich hatte aber in dem Fall auch das Setting mit der Prohibition von Anfang an nicht angesprochen. Es hatte auf mich einfach keinen Reiz.

Daher ist noch Platz für mindestens eine weitere Serie.

Ich habe zwar noch nicht mit den ganzen Serien in dieser Season aufgeholt, kann dir aus dieser Season aber trotzdem schon einmal Udon no Kuni no Kiniro Kemari nahe legen.

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