Ist der Wert von Videospielen messbar?

Overwatch McCree

Diesen Monat hat Blizzard dir die Möglichkeit geboten, Overwatch ein Wochenende kostenlos auszuprobieren. Ich besitze Overwatch und konnte einige Freunde dazu bewegen, das Spiel mit mir zu spielen und zu testen.

Zusammen hatten wir in den Partien, die wir gespielt haben, durchaus Spaß. Als am Montag die Aktion von Blizzard vorbei war, fragte ich sie, ob sie sich das Spiel nun zulegen werden, da sie ja durchaus viel Freude damit hatten. Leider wurde diese Frage von allen Seiten verneint. Das Argument war, dass es für ein reinen Mehrspieler-Titel zu teuer wäre.

Das hat mich nachdenklich gemacht und mich zu folgender Frage geführt: Lässt sich der Wert eines Videospiels in Geld messen? Wenn ja, wie? Was für Faktoren gibt es noch? Meine Gedanken zu diesen Fragen möchte in in diesem Artikel mit dir teilen.

Spielzeit

Fangen wir mit einem Wert an, der sehr gerne benutzt wird, um zu entscheiden sich ein Spiel zuzulegen oder nicht: der Spielzeit. Für viele ist es das Argument schlechthin. Ein Vollpreisspiel, welches lediglich eine Solo-Kampagne und nur wenige Stunden Spielzeit bietet, ist den Preis von 45 Euro meistens nicht wert. So zumindest die allgemeine Aussage.

Eine beliebte Formel ist folgende: Preis des Spiels geteilt durch die Spielzeit in Stunden. Angeblich hast du einen guten Kauf gemacht, wenn du bei dieser Rechnung auf 1 Euro oder weniger kommst. Beispiel: 45 Euro geteilt durch 60 Stunden ergibt 0.75.

Aber geht es bei Videospielen, genauso wie bei Filmen, nicht um viel mehr als nur um die Zeit, die ich be­spa­ßt werde? Ich finde dass besonders die oben erwähnte Berechnung ein sehr oberflächlicher Blick auf das Medium Videospiele ist und diesem gar nicht gerecht wird. Es gibt so viel mehr, dass dir als Spieler an einem Videospiel wichtig ist.

Vor allem geht es ja nicht nur um die bloße Anzahl an Stunden, sondern auch darum, was du als Spieler in diesen erlebst. Ich muss da ein wenig an den Begriff Quality Time denken.

Spielerfahrung

Wenn du ein Spiel spielst, dann ist das mehr als einfach nur unterhalten zu werden. Du bist Teil einer Geschichte oder eine Teams. Du hast Emotionen und erlebst das Spiel auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Du erlebst eine Spielerfahrung. Auch diese möchte ich betrachten, wenn ich über den Wert von Games schreibe.

Videospiele können dich emotional berühren, mitreißen, zum Lachen bringen. Sie können dir auch neue Sachen beibringen oder dazu bewegen, dich mit neuen Themen auseinandersetzen.

Das Spiel Firewatch kostet 19 Euro. Zum Durchspielen habe ich aber lediglich 4.5 Stunden gebraucht. Laut der erwähnten Rechnung habe ich also einen schlechten Deal gemacht. Für mein persönliches Empfinden war mir das Spiel diesen Preis aber auf jeden Fall Wert. Die Erfahrung, welche ich mit Firewatch hatte, war einmalig. Diese Geschichte aus der Ich-Perspektive zu verfolgen war ein unglaublich intensives Gefühl, welches ich vorher noch bei keinem anderen Spiel hatte.

Eine positive Spielerfahrung bieten dir aber nicht nur Einzelspieler-Titel. Auch Games wie Overwatch können das erreichen – wenn auch auf einer anderen Ebene.

Wenn du die Möglichkeit hast Abende voller Spannung und Humor mit deinen Freunden zu verbringen, dann sollte es dir den Preis eines Videospiels auf jeden Fall wert sein. Zumindest bei mir ist das so. Genau solche Abende können Spiele wie Overwatch bescheren, wenn du mit deinen Freunden in einem Team spielst und ihr euch via TeamSpeak absprecht.

Nun muss ich natürlich auch sagen, dass nicht nur Overwatch, sondern auch viele andere Mehrspieler-Titel das erreichen. Spiele, welche deutlich weniger kosten oder sogar Free2Play sind. Und damit bin ich beim nächsten Thema: Der Vergleich von Spielen und ihren (angeblichen) Werten.

Vergleiche zwischen Spielen

In der am Anfang erwähnten Situation wurde der Vergleich zwischen Overwatch und Battlefield 1 gezogen. Letzteres hat eine Kampagne und bietet auch im Mehrspieler viel mehr. Daher ist der Preis gerechtfertigt. Das war das Argument.

Auf den ersten Blick mag das stimmen. Aber ich erlaube mir jetzt einfach mal den Spaß und schaue mir das Ganze etwas genauer an.

Overwatch und Battlefield 1 im Vergleich

Das Argument »Kampagne«

Overwatch hat im Gegensatz zu Battlefield 1 keine Kampagne. Das stimmt. Allerdings werden zum Overwatch Universum Comics und qualitativ hochwertige animierte Kurzfilme herausgebracht, welche kostenlos im Netz zur Verfügung stehen. Dadurch bietet auch Overwatch eine Story, welche die Charaktere und das Universum herüber bringen und besser verstehen lassen. Wenn es dir also nur um die Story geht, haben beide Spiele etwas zu bieten.

Der größte Unterschied ist, dass die Geschichte in Battlefield 1 viel interaktiver und intensiver erlebt wird. Genau das ist ja auch der Vorteil von Videospielen gegenüber Filmen, Büchern und Comics. Aber zu sagen, dass das bei Overwatch komplett fehlt, wäre falsch.

Das Argument »Mehr Inhalt im Mehrspieler«

Ja, Battlefield 1 bietet viele unterschiedliche Waffen, große Karten, Fahrzeuge, Anpassungsmöglichkeiten an der eigenen Klasse und unterschiedliche Spielmodi. In Overwatch gibt es lediglich eine vordefinierte Anzahl an Helden mit festen Fähigkeiten. Diese bestimmten, wie die Klassen in Battlefield, deine Spielweise. Aber auch unterschiedliche Modi und Karten werden hier angeboten – auch wenn diese wesentlich kleiner ausfallen. Dafür glänzen sie mit mehr Liebe zum Detail.

Das alles ist aus meiner Sicht gar nicht der Knackpunkt, wenn ich den Mehrspieler von beiden Titeln vergleiche. Aus meiner Sicht ist vor allem der Support von Entwicklerseite interessant und ich denke, dass es da gravierende Unterschiede gibt.

Die Battlefield Reihe von Electronic Arts gibt es schon eine ganze Weile. Seit 2005 sind zehn eigenständige Spiele zu dieser Reihe veröffentlicht worden – und das nur auf dem PC. Zum Vergleich: Ebenfalls seit 2005 gibt es World of Warcraft von Blizzard, welches immer noch aktiv ist und weiterentwickelt wird. Erst in diesem August erschien das sechste Addon zum Online-Rollenspiel.

Was möchte ich mit diesem Vergleich zeigen? Seit den 2000er Jahren kümmert sich Blizzard langfristig um seine Spiele. WoW, StarCraft 2, Hearthstone und Diablo 3 sind alle schon seit Jahren auf dem Markt und von Nachfolgern ist keine Rede. Stattdessen wird sich auf Verbesserungen und Erweiterungen konzentriert. Kannst du dir so etwas bei Electronic Arts vorstellen? Ich nicht.
Was bedeutet das für den Vergleich zwischen Overwatch und Battlefield 1? Ja, Battlefield 1 hat von Anfang an viel Inhalt. Dafür wird es aber bereits in zwei bis drei Jahren vom nächsten Battlefield abgelöst und somit den größten Teil seiner Community verlieren, wenn EA am momentanen Konzept festhält. Overwatch hingegen wird es, wenn Blizzard den Kurs beibehält, noch in fünf Jahren geben und um einige Inhalte erweitert worden sein. Von Overwatch wirst du als Spieler viel länger etwas haben als von Battlefield 1.

Es gibt bestimmt noch mehr Argumente, die ich in diesen Vergleich auflisten und näher darauf eingehen könnte. Da das aber nicht der Fokus dieses Artikels ist, fahre ich lieber fort.

Alle Argumente nützen nichts

Auch wenn ich über Argumente Schreibe und Spiele miteinander vergleiche, wird mir dabei eines bewusst: Das alles nützt rein gar nichts! Jeder Spieler hat seine eigenen Werte eines Spiels, die für ihn wichtig sind. Am Ende ist das Ganze immer noch eine Frage des persönlichen Geschmack. Letztendlich musst nur du wissen, welche Features und Aspekte eines Spiels dir den Preis wert sind und welche nicht.

Das bedeutet aber auch, dass du dich mehr als nur oberflächlich mit Spielen beschäftigen solltest, bevor du diese kaufst oder auch nicht kaufst. Achte nicht nur auf Wertungen von Spielemagazinen, Spielzeiten oder angepriesenen Features. Versuche dir so gut es geht selbst ein Bild von dem Spiel zu machen und entscheide dann für dich.

Schlusswort

Ist der Wert eines Videospiels messbar? Ja. Aber dieser Wert lässt sich zwischen Spielern nicht vergleichen. Jeder hat seine eigenen Aspekte eines Spiels, die für ihn den Wert ausmachen. So kannst du anderen Spielern gegenüber zwar erklären, warum das Spiel für dich den Preis Wert ist. Aber du musst auch akzeptieren, wenn dein Gegenüber das nicht nachvollziehen kann, weil ihm andere Punkte wichtig(er) sind.

Letztendlich zeigt sich aber mal wieder, dass du dir als Spieler immer genau anschauen solltest, aus welchen Gründen du ein Spiel kaufen möchtest – oder auch nicht. Denn nur wenn du so viele Informationen wie möglich hast, kannst du eine gute Entscheidung treffen und Enttäuschungen vermeiden. Und wenn du das beachtest, dann wird dir das Spiel am Ende den Preis mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wert gewesen sein.

Zusatz: Nostalgie

Etwas das mir im Nachhinein noch eingefallen ist und ich nicht mehr im Artikel unterbringen konnte, ohne ihn komplett auseinander zu reissen, ist die Nostalgie. Manchmal wird der Wert eines Spiels auch erst im Nachhinein erkennbar. Bei mir gehört zu diesen Spielen zum Beispiel Heroes of Might and Magic 3. Dieses Strategie-Spiel habe ich in der Grundschule oft mit Freunden zusammen an einem Rechner gespielt und auch heute denke ich noch gerne an diese Tage zurück. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch du ein solches Spiel hast, an dass du dich wohlig zurückerinnerst und mit schönen oder sogar wertvollen Erfahrungen verknüpft.

Kommentare

Sasumotu sagt:

Gehen wir erst einmal auf die eigentliche Grundfrage ein:

Lässt sich der Wert eines Videospiels in Geld messen?

Meiner Meinung nach ja, aber nur über Umwege. Ich setzte Spiele lieber in Relation zum Spielspaß. Anschließend kann man dann für sich selbst entscheiden, ob der Spielspaß einem das Wert ist. Leider kann man den Spielspaß bei einem Spiel heutzutage nur recht selten vor dem eigentlichen Kauf messen. Wie wir bereits einmal zum Anlass eines anderen Artikels von dir angesprochen haben, ist die Zeit der Demos ja leider vorbei und um ein Spiel vernünftig zu testen, ist man schon auf solche Gratis-Wochenende, wie jetzt in dem Fall von Overwatch, angewiesen. Und seien wir mal ehrlich: Die Return-Policy von Steam ist zwar ein Anfang, aber bei weitem nicht ausreichend um ein Spiel vernünftig anzutesten.

Leider kann man das Finanzielle mit dem Spielspaß auch nicht immer wirklich gleichsetzen. Sehr gerne mischt sich da auch mal der Kopf ein. Ich habe die letzten Tage das Spiel Blood and Bacon für mich entdeckt. Mit 0,99€ gehört es definitiv nicht zu einem Spiel, wo man eigentlich lange drüber nachdenken muss, was den Preis angeht. Mit Freunden macht der Coop-Modus sehr viel Spaß und man findet hier gute Unterhaltung für mehrere Abende. Die Grafik ist dafür hier nun nicht der Hammer. Aber dieser Grafikaspekt reichte dann schon aus, dass manche auch gesagt haben: Ne, sieht mir zu scheiße aus, spiele ich nicht. Das ist das Geld nicht wert.
Da Frage ich mich dann auch: Warum? ‚Nen Euro wird sonst für was weiß ich raus geschmissen, aber für mindestens einen Abend Spaß, ist es dann zu viel. Für mich wäre die Sache da klar: Für einen Euro kann man so einem Spiel doch einmal eine Chance geben. Da stellt sich doch gar nicht die Frage.

Indirekt gehst du ja auch auf den Spielspaß ein, vor allem wenn es dann darum geht mit mehreren zusammen zu spielen. Da muss man dann für sich selbst abwägen: Wie viel ist es mir Wert, ein paar Abende mit Freunden zu spielen. 20€? Also grob gesagt 3 abendliche Kinogänge? Oder vielleicht doch mehr? Natürlich kann man das schlecht pauschalisieren, weil hier der Spielspaß genauso eine Rolle spielt. Auch wenn es Spaß macht mit Freunden zu spielen, würde ich ungern mit ihnen das „Wer zuletzt die Brücke runter springt hat verloren“-Spiel spielen.

Zu Overwatch und Battlefield 1 kann ich an dieser Stelle wenig sagen. Ich habe beides nicht gespielt. Overwatch wird zwar auch in meinem Freundeskreis gespielt, aber ich bin kein Fan von diesem Spielgenre. Daher kann ich hier schon absehen, dass der Spielspaß für mich nicht gegeben sein wird. Dem entsprechend bin ich hier nicht bereit, überhaupt Geld in die Hand zu nehmen. Das es durchaus ergiebig ist, was die Charaktere und natürlich auch das Gameplay angeht, will ich gar nicht abstreiten. Battlefield 1 ist für mich einfach absolut uninteressant. In meinen Kreisen spielt es keiner und ich war von Battlefield 4 ziemlich enttäuscht, sodass ich im Moment keine Muße habe, EA in irgend einer Art und Weise für das Franchise Geld zukommen zu lassen.
Insgesamt muss ich hier leider sagen, dass dein Vergleich von Overwatch und Battlefield 1 mir hier nicht so gefällt. Du startest den Artikel mit dem Thema, ob man den Wert eines Videospiels in Geld messen kann. Dieser Bereich ließt sich für mich aber viel mehr als eine Art Verteidigung von Overwatch gegenüber Battlefield 1. Du merkst hier ja selber auch, dass du den Fokus des Artikels verlassen hast. Trotzdem ist mir das etwas zu ausschweifend an der Stelle. Ich wollte es mir hier aber nicht nehmen lassen auch kurz auf eine dritte Sichtweise einzugehen: Nämlich, dass auch den Fall gibt, dass beide Spiele es für jemanden nicht Wert sind, dafür Geld in die Hand zu nehmen.

Das bedeutet aber auch, dass du dich mehr als nur oberflächlich mit Spielen beschäftigen solltest, bevor du diese kaufst oder auch nicht kaufst. Achte nicht nur auf Wertungen von Spielemagazinen, Spielzeiten oder angepriesenen Features. Versuche dir so gut es geht selbst ein Bild von dem Spiel zu machen und entscheide dann für dich.

Das ist wieder genau der Punkt, den ich auch meine: Wie soll ich mir ein vernünftiges Bild von einem Spiel machen, wenn ich keine Demo davon testen kann? Um es auf meinen Fall zurückzuführen: Blood and Bacon sieht so absolut bescheuert aus, dass eigentlich kein normaler Mensch das Spielen würde. Man läuft nur herum und erschießt wellenweise Schweine. Game of the Year ist das sicherlich nicht. In dem Fall musste ich nur ein kleines finanzielles Opfer bringen um das Spiel zu testen. Aber wer tut dies schon gerne bei einem Vollpreistitel?

Dein Schlusswort bringt es schon auf den Punkt. Wobei ich in diesem Fall nach deiner Overwatchverteidigung nicht so ein bodenständiges Schlusswort erwartet habe. Ich hatte während dem Lesen des Artikels schon etwas das Gefühl hier doch auch ein bisschen deinen Frust über die Entscheidung deiner Freunde rauszulesen. Das hat mich dann doch positiv überrascht.

Von mir dann auch ein kurzes Wort zum Abschluss zum Thema Nostalgie: Wenn man sich nostalgisch an ein Spiel erinnert, so wird man es damals schon viel gespielt und auch geschätzt haben. Man erinnert sich nur nicht mehr an diese Wertschätzung. Nostalgie ist meiner Meinung nach nur, dass man in einem wachen Moment diese Wertschätzung für einen alten Titel wiederfindet.

Twaldigas sagt:

@Sasumotu
Vielen Dank für den mal wieder sehr interessanten und ausführlichen Kommentar.

[…]Wobei ich in diesem Fall nach deiner Overwatchverteidigung nicht so ein bodenständiges Schlusswort erwartet habe. Ich hatte während dem Lesen des Artikels schon etwas das Gefühl hier doch auch ein bisschen deinen Frust über die Entscheidung deiner Freunde rauszulesen. Das hat mich dann doch positiv überrascht.[…]

Die Idee zu dem Artikel kam tatsächlich daher, dass ich ein wenig frustriert war. Ich konnte in dem Moment nicht nachvollziehen, wieso das ein gutes Argument sein soll. Also habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Und dabei kam der Artikel raus.

Ich möchte Overwatch nicht verteidigen. Ich möchte mit dem sachlichen Vergleich lediglich zeigen, dass das Spiel mehr zu bieten hat, als ein oberflächlicher Blick vermuten lässt und dass Spieler auch mal etwas weiter voraus denken sollten – oder gar um die Ecke. Ich denke, ich habe das ganze Thema möglichst sachlich behandelt und deshalb fällt mein Schlusswort auch entsprechend aus.

Was ich also mittlerweile Verstanden habe, ist folgendes: Ich muss es nicht nachvollziehen können, wenn Freunde von mir ein Spiel nicht den gleichen Wert geben wie ich. Denn wir haben alle andere Kritikpunkte, die ein Spiel für uns wertvoll machen. Allerdings denke ich, dass viele Spieler einem Videospiel einen falschen Wert geben, weil sie sich nur oberflächlich damit beschäftigen. Wenn Spieler das intensiver tun würden, wäre ihre Einschätzung das ein oder andere Mal bestimmt eine andere.

[…]Das ist wieder genau der Punkt, den ich auch meine: Wie soll ich mir ein vernünftiges Bild von einem Spiel machen, wenn ich keine Demo davon testen kann?[…]

So weit gehen doch viele Spieler schon überhaupt nicht mehr. Sie verlassen sich auf Aussagen der Presse, schauen Videos von YouTubern oder klicken ein wenig die Screenshots auf Steam durch. Aber mal wirklich mehrere Artikel zu einem Spiel zu lesen oder Videos von Leuten zu schauen, die sie nicht abonniert haben, machen viele doch gar nicht. Genau das ist aber dringend notwendig. Es bringt nichts sich nur mit Meinungen und Sichtweisen von Leuten auseinanderzusetzen, die einem sowieso zustimmen. Wieso nicht mal ganz bewusst Artikel lesen, die ihrer Sicht der Dinge widersprechen? Das würde helfen auch mal an neue Informationen heran zu kommen. Das würde helfen zu erkennen, dass das, was andere schreiben, gar nicht stimmt. Das würde helfen sich wirklich selbst ein Bild von einem Spiel zu machen und nicht das Bild eines anderen zu übernehmen.

Das alles hat auch mit Critical Thinking zu tun. Davon gibt es zu wenig im Internet. Und das wird auch eines meiner nächsten Themen hier auf den Blog.

Sasumotu sagt:

Das alles hat auch mit Critical Thinking zu tun. Davon gibt es zu wenig im Internet. Und das wird auch eines meiner nächsten Themen hier auf den Blog.

Critical Thinking, damit auch das generelle Hinterfragen von Informationen, ist in der heutigen Zeit nicht mehr angesagt. Es geht um das schnelle teilen von Informationen. Die Korrektheit oder teilweise sogar die Wahrheit ist irrelevant. Wie wenig Menschen heutzutage hinterfragen, sieht man immer gut bei dem Release eines neuen iPhone: Auf 4chan wird eben schnell eine Infographic erstellt, die absoluten Blödsinn aussagt, aber gut aussieht. Anschließend versauen sich jede Menge Leute ihre Telefone, weil sie nun glauben, es kann in der Mikrowelle schnell aufgeladen werden. Dies geht nun zwar auch schon mehr in die Richtung der Medienkompetenz, ist für mich aber auch ein Teil des Critical Thinking.

Ich glaube ein Artikel dazu kann sehr interessant werden. Man kann mich also als gespannt bezeichnen.

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